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I. Der Diplomstudiengang Volkswirtschaftslehre

Im Diplomstudiengang Volkswirtschaftslehre erwirbt der Studierende (soweit bei der Bezeichnung von Personen die männliche Form verwendet wird, schließt diese Frauen in der jeweiligen Funktion ausdrücklich ein) die Fähigkeit, wissenschaftliche Methoden und Ergebnisse anzuwenden; er eignet sich Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge an und beschafft sich die für den Übergang in die Berufspraxis notwendigen Tatsachenkenntnisse.

Das Diplomstudium gliedert sich in das Grundstudium und das Hauptstudium von in der Regel vier bzw. fünf Semestern Dauer. Das Grundstudium schließt mit der Diplom-Vorprüfung, das Hauptstudium mit der Diplomprüfung ab. Diplom-Vorprüfung und Diplomprüfung werden nach Maßgabe der Prüfungsordnung für den Diplomstudiengang Volkswirtschaftslehre der Universität Mannheim vom 30. September 2001 abgelegt.

II. Grundstudium

Das Grundstudium beinhaltet die vier Fächer der Diplom-Vorprüfung sowie zwei Propädeutika.

Die Propädeutika sind:

  1. Mathematik für Wirtschaftswissenschaftler (Lineare Algebra
  2. Mathematik für Wirtschaftswissenschaftler (Analysis)

Fächer der Diplom-Vorprüfung sind

  1. Grundzüge der Volkswirtschaftslehre
  2. Grundzüge der Betriebswirtschaftslehre
  3. Statistik
  4. Recht für Wirtschaftswissenschaftler

Tabelle 1 zeigt die Lehrveranstaltungen des Grundstudiums im Überblick.

Tabelle 1: Lehrveranstaltungen, Klausurdauer und Kreditpunkte im Grundstudium
Veranstaltungen Vorlesungsstunden Übungsstunden Klausurdauer (min) Kreditpunkte
Grundzüge der VWL
Mikroökonomik I 2 2 90 6
Mikroökonomik II 2 2 90 6
Makroökonomik I 2 2 90 6
Makroökonomik II 2 2 90 6
Empirische VWL 2 2 90 6
optional: Wirtschafts- und Sozialgeschichte 2 2 90 (6)
30 (36)
Grundzüge der BWL
Produktionswirtschaft 2 2 60 6
Absatzwirtschaft 2 2 60 6
Kosten- und Erlösrechnung 2 2 60 6
Handels- und Steuerbilanzen 2 2 60 6
Finanzwirtschaft 2 2 60 6
Unternehmungspolitik 2 2 60 6
Bei der Wahl von Wirtschafts- und Sozialgeschichte entfällt eine BWL.
36 (30)
Mathematik und Statistik
Analysis (Propädeutikum) 2 90 5
Lineare Algebra (Propädeutikum) 2 2 90 5
Deskriptive Statistik, Wahrscheinlichkeitsrechnung und Induktive Statistik 9 (V + Ü) 240 15
25
Recht
Zivil- und Handelsrecht 6 2 300 14
Summe 105

Zur Diplomvorprüfung ist in beiden Propädeutika eine Prüfung zu bestehen. Zu den Propädeutika können Kurse auch außerhalb der Vorlesungszeit abgehalten werden. Die Meldung zur letzten Prüfung im Rahmen der Diplom-Vorprüfung setzt den Nachweis voraus, daß die Prüfungen in beiden Propädeutika bestanden sind.

Die Prüfungen im Fach "Grundzüge der Volkswirtschaftslehre" erfolgen durch studienbegleitende Klausuren im Umfang von jeweils 90 Minuten. Die Prüfung im Fach Statistik besteht aus einer Klausur von 240 Minuten Dauer. Die Prüfungen in den Fächern "Grundzüge der Betriebswirtschaftslehre" und "Recht für Wirtschaftswissenschaftler" erfolgen jeweils nach Maßgabe der Prüfungsordnungen der diese Fächer anbietenden Fakultäten. Tabelle 1 gibt die entsprechenden Regelungen zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Studienplans wieder.

Studierende können im Fach "Grundzüge der Volkswirtschaftslehre" optional die Veranstaltung "Einführung in die Wirtschafts- und Sozialgeschichte" belegen. Es entfällt dann für sie eine der sechs Prüfungen im Fach "Grundzüge der Betriebswirtschaftslehre" nach Wahl.

Das Kreditpunktsystem orientiert sich am European Credit Transfer System (ECTS), dessen angestrebte einheitliche Verwendung in Europa die Anerkennung von im Ausland erbrachten Studienleistungen erleichtert. Nähere Informationen zum ECTS finden sich im Internet unter http://europa.eu.int/comm/education/programmes/socrates/ects_de.html. Kreditpunkte in der o. g. Höhe werden für jede bestandene Klausur gutgeschrieben. Mit ihrem jeweiligen Anteil an der Kreditpunktesumme eines Faches gehen die erzielten Klausurnoten in die Berechnung der Fachnoten für das Vordiplom ein.

Bis zum Ende des zweiten Fachsemesters müssen mindestens zwei (beliebige) Klausuren des Vordiploms bestanden sein (sog. Orientierungsprüfung). Bis zum Ende des sechsten Semesters muß das gesamte Vordiplom erfolgreich abgelegt sein. Die Wiederholungsmöglichkeiten für Klausurleistungen des Vordiploms sind in § 13 der Prüfungsordnung geregelt.

Bei der Gestaltung des Grundstudiums empfiehlt sich folgendes: Die Propädeutika sollten im ersten Semester absolviert werden, da sie vor allem für die Veranstaltungen aus den Bereichen Grundzüge der Volkswirtschaftslehre (VWL) und Grundzüge der Betriebswirtschaftslehre (BWL) hilfreich sind. Daneben ist eine Belegung von drei bis vier Fächern aus den Bereichen VWL und BWL empfehlenswert, insbesondere Mikroökonomik I oder Makroökonomik I. Eine gleichmäßige Verteilung der Prüfungsbelastungen ist bei gleichzeitiger Belegung von Recht für Wirtschaftswissenschaftler II (Recht) und Statistik nicht gegeben, daher empfiehlt es sich, Statistik und Recht I im zweiten sowie Recht II im dritten Semester zu hören. Statistische Kenntnisse sowie Kenntnisse auf dem Gebiet der Makroökonomik sind für die Empirische Volkswirtschaftslehre hilfreich.

Wenn die Diplom-Vorprüfung zu wesentlichen Teilen bestanden ist, können nach § 16 Abs. (3) der Diplomprüfungsordnung im vierten Semester bereits die ersten Prüfungen im Pflichtbereich des Hauptstudiums absolviert werden.

Die Anmeldung zu den einzelnen Klausuren erfolgt per PC im Studienbüro I, das sich in L9,5 befindet. Der Antrag auf Zulassung zur Diplom-Vorprüfung gem. § 10 Abs. (1) wurde bis auf weiteres in das Immatrikulationsverfahren integriert. Es ist also kein gesonderter Antrag erforderlich.

III. Hauptstudium

Das Hauptstudium erstreckt sich auf

  • Veranstaltungen des Pflichtbereichs,
  • Veranstaltungen des Wahlbereichs und
  • die Diplomarbeit.

Die nachfolgende Tabelle 2 verdeutlicht die Struktur des Hauptstudiums.

Tabelle 2: Struktur des Hauptstudiums
Veranstaltungen Vorlesungsstunden Übungsstunden Klausurdauer (min) Kreditpunkte
Pflichtbereich
Mikroökonomik III 2 2 90 7
Makroökonomik III 2 2 90 7
Theorie des internationalen Handels 2 2 90 7
Grundlagen der Ökonometrie 2 2 90 7
Wirtschaftspolitik I 2,5 2 115 8
Wirtschaftspolitik II 2,5 2 115 8
Finanzwissenschaft I 2,5 2 115 8
Finanzwissenschaft II 2,5 2 115 8
60
Wahlbereich Kreditpunkte
Veranstaltungen nach Wahl des Kandidaten im Umfang von mindestens 75 Kreditpunkten 75

Einschränkungen:

  • mindestens 38 Kreditpunkte müssen aus der VWL/Statistik stammen, davon mindestens 12 und maximal 18 Kreditpunkte aus Seminaren
  • mindestens 18 Kreditpunkte müssen aus der BWL stammen
  • eine Summe von über 84 Kreditpunkten bedarf der vorherigen Genehmigung

Für Veranstaltungen der Lehreinheiten VWL und Statistik werden folgende Kreditpunkte vergeben:

  • je 1stündige Vorlesung mit Klausur 2,5 KP (mit separater 1st. Übung + 1 KP)
  • je 2stündige Vorlesung mit Klausur 5 KP (mit separater 2st. Übung + 2 KP)
  • je 3stündige Vorlesung mit Klausur 7 KP (mit separater 2st. Übung + 2 KP)
  • je 4stündige Vorlesung mit Klausur 9 KP (mit separater 2st. Übung + 2 KP)
  • je Seminar (2- oder 3stündig) 6 KP
Einzelne Veranstaltungen anderer Lehreinheiten werden mit den nach ECTS (European Credit Transfer System) festgesetzten Kreditpunkten angerechnet. Sofern nur komplette, nicht modularisierte Fächer studiert werden können, werden für das Fach insgesamt 20 bis 28 Kreditpunkte angerechnet.
Diplomarbeit Kreditpunkte
4 Monate 30
Summe (mindestens) 165

Die schriftlichen Prüfungen zu den von den Lehreinheiten Volkswirtschaftslehre und Statistik angeboten Veranstaltungen werden studienbegleitend erbracht. Die Dauer der Klausuren beträgt 45 Minuten pro Semesterwochenstunde der zugrunde liegenden Vorlesung. Wiederholungsmöglichkeiten sind in § 19 der Prüfungsordnung geregelt. Die Prüfer können die schriftliche Abschlußprüfung ganz oder in Teilen durch eine oder mehrere benotete Hausarbeit(en) und/oder einen oder mehrere benotete mündliche(n) Vortrag (Vorträge) und/oder eine Zwischenklausur ersetzen. Die Gesamtnote ergibt sich in diesem Fall als gewichtetes Mittel aus allen Teilleistungen. Über die Gewichtung entscheidet der Prüfer.

Zwei der Veranstaltungen Mikroökonomik III, Makroökonomik III, Theorie des internationalen Handels und Grundlagen der Ökonometrie sollen bereits im vierten Fachsemester absolviert werden. Der Abschluß des Grundstudiums hat jedoch grundsätzlich Vorrang.

Im Rahmen des Wahlbereichs können Veranstaltungen unter Berücksichtigung der oben genannten Einschränkungen frei kombiniert werden. Zu den volkswirtschaftlichen Veranstaltungen zählen dabei auch die Veranstaltungen des Lehrstuhls für Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Der Studierende sollte die Veranstaltungen so kombinieren, daß sie in einem sinnvollen Zusammenhang zueinander stehen und seinen speziellen Neigungen sowie seinem Berufsziel entsprechen.

Um den Studierenden die Planung zu erleichtern, veröffentlicht der Dekan jeweils zum Semesterbeginn eine Übersicht über die voraussichtlich in den nächsten zwei Semestern angeboten volkswirtschaftlichen Veranstaltungen.

Spätestens zu Beginn des Semesters, in dem die ersten Veranstaltungen des Wahlbereichs besucht werden, ist eine Beratung über die beabsichtigte Veranstaltungskombination wahrzunehmen. Sofern Veranstaltungen anderer Lehreinheiten belegt werden sollen, sind die Inhalte der jeweiligen Veranstaltungen im Beratungsgespräch durch die Studierenden in geeigneter Form nachzuweisen.

Aus dem Angebot der Betriebswirtschaftlichen Fakultät sind Veranstaltungen im Umfang von mindestens 18 KP zu belegen. Im Rahmen der oben genannten Wahlmöglichkeiten können weitere betriebswirtschaftliche Veranstaltungen sowie Veranstaltungen anderer Lehreinheiten belegt werden, insbesondere aus den Fächern

  • Wirtschaftsinformatik,
  • Rechtswissenschaft,
  • Soziologie,
  • Politische Wissenschaft,
  • Wirtschaftsgeographie,
  • Mathematik,
  • Psychologie,
  • Philosophie und
  • moderne Sprachen.

Die Prüfungen sind nach Maßgabe der Prüfungsordnung der jeweils anbietenden Fakultät abzulegen. Die Anrechnung der erbrachten Prüfungsleistungen erfolgt mit den von der jeweiligen Fakultät festgelegten Kreditpunkten nach ECTS (European Credit Transfer System). Sind noch keine ECTS-Kreditpunkte festgelegt oder kann nur ein komplettes, noch nicht modularisiertes Fach studiert werden, erfolgt die Festsetzung der anzurechnenden Kreditpunkte durch den Prüfungsausschuß VWL.

Die in den Prüfungsleistungen erbrachten Noten gehen mit ihrem jeweiligen Anteil an der Kreditpunktesumme der Diplomprüfung in die Berechnung der Diplomnote ein.

Die Diplomarbeit kann nur nach dem Bestehen sämtlicher Prüfungsleistungen des Pflichtbereichs begonnen werden, und zwar in den folgenden Fächern:

  • Volkswirtschaftslehre
  • Statistik
  • Ökonometrie
  • Betriebswirtschaftslehre
  • Wirtschafts- und Sozialgeschichte
  • Wirtschaftsinformatik
  • Wirtschaftsgeographie,
  • Soziologie,
  • Politische Wissenschaft.

Das Thema der Diplomarbeit wird durch den vom Kandidaten gewählten Betreuer, einen Professor bzw. Hochschul- oder Privatdozenten, festgelegt. Der Kandidat hat ein Vorschlagsrecht. Das Thema kann nur einmal und zwar innerhalb der ersten zwei Monate der Bearbeitungszeit zurückgegeben werden.

Die Bearbeitungsdauer der Diplomarbeit beträgt 4 Monate. Die abgeschlossene Diplomarbeit wird beim Studienbüro in doppelter Ausfertigung eingereicht.

Im Einzelfall kann der Prüfungsausschuß auf Antrag des Kandidaten einen Aufschub für die Abgabe der Diplomarbeit gewähren, und zwar höchstens um acht Wochen. Der Antrag auf Fristverlängerung muß spätestens acht Tage vor Ablauf der Bearbeitungszeit gestellt werden und bedarf der Zustimmung des Betreuers der Diplomarbeit.

Die Diplomarbeit kann nur einmal wiederholt werden. Bei der Wiederholung der Diplomarbeit wird ein neues Thema ausgegeben. Eine bestandene Diplomarbeit kann nicht wiederholt werden.

Im Rahmen der Kooperation mit der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Heidelberg besteht für Mannheimer Studierende die Möglichkeit, die Diplomarbeit und/oder Diplomprüfungen im Wahlbereich an der Universität Heidelberg abzulegen. Maximal können entweder die Diplomarbeit sowie Veranstaltungen im Umfang von 22 ECTS-Kreditpunkten oder alternativ Veranstaltungen im Umfang von 44 ECTS-Kreditpunkten in Heidelberg erbracht werden. Die externen Leistungen werden im Rahmen der verpflichtenden Studienberatung vereinbart.

IV. Übergangsbestimmungen

Grundsätzlich gelten für Studierende im Studiengang Diplom-Volkswirtschaftslehre ab 30. September 2001 die Regelungen der neuen Prüfungsordnung. Auf Antrag kann ein bereits begonnener Studienabschnitt (Vordiplom oder Diplom) nach den Regelungen der alten Prüfungsordnung vom 30. September 1996 abgeschlossen werden. Die Einzelheiten regelt § 27 der Prüfungsordnung.

Für Studierende, die ihr Wahlrecht zum Verbleib in der Prüfungsordnung vom 30. September 1996 nicht in Anspruch nehmen, gelten folgende Übergangsregelungen:

Im Grundstudium:

    1. Die bereits erbrachten Klausurleistungen werden mit den jeweils erreichten Noten angerechnet und die entsprechenden Kreditpunkte gutgeschrieben.
    2. Die fünfstündige Klausur im Fach Statistik wird als vierstündige Klausur mit 15 KP angerechnet.
    3. Sofern noch nicht alle Klausuren im Fachgebiet Betriebswirtschaftslehre erfolgreich abgelegt wurden, kann die Wahlmöglichkeit "Einführung in die Wirtschafts- und Sozialgeschichte" in Anspruch genommen werden. Dies gilt in der Übergangszeit auch für eine Klausur im Wiederholungsverfahren; in diesem Fall wird jedoch der Fehlversuch auf die Klausur im Fach "Einführung in die Wirtschafts- und Sozialgeschichte" angerechnet!

    Im Hauptstudium:

    1. Die bereits erbrachten Klausurleistungen und Seminare werden mit den jeweils erreichten Noten angerechnet und die entsprechenden Kreditpunkte gutgeschrieben
    2. Für die Anrechnung von Prüfungsleistungen aus dem Pflichtblock gelten folgende Regelungen:
      1. Wurde in einem Fach eine mündliche Prüfung abgelegt, so wird die nach den Regelungen der alten Prüfungsordnung berechnete, komplette Fachnote übernommen. Das Fach "Finanzwissenschaft" (alt) ersetzt dabei die Veranstaltungen Finanzwissenschaft I und II (16 Kreditpunkte), das Fach "Wirtschafts- und Sozialpolitik" die Veranstaltungen Wirtschaftspolitik I und II (16 Kreditpunkte) und das Fach "Wirtschaftstheorie" die Fächer Mikroökonomik III, Makroökonomik III und Theorie des internationalen Handels (insgesamt 21 Kreditpunkte).
      2. Wurde in einem Fach keine mündliche Prüfung abgelegt, so werden die einzelnen Klausurleistungen für die jeweilige korrespondierende Veranstaltung nach der neuen Prüfungsordnung angerechnet.
      3. Wird die Diplomprüfung nach der neuen Prüfungsordnung abgelegt, muß in jedem Fall im Rahmen der Pflichtveranstaltungen ein Leistungsnachweis für die Veranstaltung Grundlagen der Ökonometrie erbracht werden.
    3. Wurde in Wahlpflichtfächern eine mündliche Prüfung abgelegt, so wird die nach der alten Prüfungsordnung berechnete Fachnote übernommen. Die Kreditpunkte für das Wahlpflichtfach ergeben sich aus der Addition der Kreditpunkte für die einzelnen besuchten Veranstaltungen.

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